Arbeitskräftemangel – Die Generation Z kommuniziert anders

Teil 2: Mit Snapchat zu den Millennials durchdringen

Was haben wir bis jetzt über Millenials gelernt?

Sie sind im Internet zuhause und das am liebsten mobil, denn sie regeln wenn möglich alles über ihr geliebtes Smartphone.
Wenn dem so ist, tut sich natürlich die Frage auf, wie lange die klassische Bewerbung noch Bestand hat oder ob heute Mitarbeiter nicht schon längst über das mobile Internet gesucht und gefunden werden.
Das ist wohl so, zumindest in der Generation „Selfie“. Und wer jetzt neue Mitarbeitende aus der Altersgruppe 16-30 rekrutieren möchte, sollte sich ernsthaft mit einem Social-Media-Phänomen namens „Snapchat“ auseinandersetzen.

Snapchat – sehr beliebter social media Kanal in der Altersgruppe u 35

Generation Z liebt Snapchat

Der Name „Snapchat“ setz sich aus den Wortteilen „snap“ (engl. mit dem Finger schnippen) und „chat“ (engl. plaudern) zusammen. Er bezeichnet eine App, mit deren Hilfe Benutzer Fotos und Videos aufnehmen können, um diese an andere User zu verschicken.

Ein Snap ist sehr kurzlebig und löscht sich in der Regel nach wenigen Sekunden von selbst. Im Gegensatz hierzu gibt es dann noch die sog. Story, kurze Videos und Bilder, die immerhin 24 Stunden für die Empfänger verfügbar sind.
Aus diesem Grund wird Personalern auch empfohlen, vor allem auf diese Snapchat-Story fürs Recruiting zurückzugreifen, denn die Story eignet sich besonders gut zum „Storytelling“.

Übrigens: Mit den 2016 eingeführten Memories- und Share-Funktionen lassen sich Snaps auch archivieren. Einzelne Snaps können so mehrmals zum Einsatz kommen und erreichen über das Teilen neue Nutzerkreise. Also die Infos sind jetzt nicht mehr ganz so kurzlebig.
Genutzt wird die App wie gesagt vor allem von Mitgliedern der Altersgruppe 16 – u35. 2016 gab es weltweit bereits 150 Millionen täglich aktive Snapchat-User, übrigens zehn Millionen mehr als bei Twitter.

Immer mehr Unternehmen binden Snapchat in ihre Contentmarketing-Strategie ein.

In den USA binden mittlerweile fünf Prozent der Unternehmen wie z.B. Starbucks oder General Electric Snapchat in ihre Content-Marketing-Strategie ein. Sie nutzen damit die zunehmende Reichweite dieses Social Media Kanals. Auch in Deutschland ist Snapchat weiter auf dem Vormarsch und wird von fünf Prozent der Online-User täglich genutzt . Bei Twitter hingegen sind es nur ca. zwei Prozent.

Frage: Was finden die jungen Leute der Generation Z  jetzt so toll an Snapchat?

Snapchat unterscheidet sich von anderen sozialen Netzwerken dadurch, dass alles, was in der App kommuniziert wird, in der Regel spätestens nach 24 Stunden wieder verschwunden ist. Private Nachrichten verabschieden sich sogar schon nach 10 Sekunden.
Die positiven Eigenschaften des Web – also technische Spielereien, Selbstdarstellung und Interaktion – können genutzt werden, ohne die negativen Faktoren wie den Verlust der Kontrolle über persönliche Daten hinnehmen zu müssen.

Die Beliebtheit von Snapchat lässt sich in etwa so auf den Punkt bringen:

  1. Die Kommunikation wird als authentischer wahr genommen: Snapchat lebt von der „Schonungslosigkeit des Moments“. Jeder kann so sein, wie er will. Außerdem haftet den Snaps durch ihre Vergänglichkeit eine Art „Live-Charakter“ an, was die Glaubwürdigkeit der Snaps maßgeblich erhöht. Das macht die Snaps wesentlich zugänglicher als jede Hochglanz-Werbeanzeige.
  2. Der Content gilt als konkurrenzlos: Snaps stehen nicht in direkter Konkurrenz zueinander. Die Nutzer müssen Inhalte einzeln konsumieren und können so nicht von anderem Content abgelenkt werden.
  3. Die Aufmerksamkeit der Nutzer ist deutlich größer: Durch die limitierte Verfügbarkeit schenken Nutzer den Snaps ihre volle Aufmerksamkeit.
  4. Es gibt kein richtiges Profil, auf dem man alte Beiträge nachlesen kann. Das Prinzip eines Snaps ist wie gesagt die Kurzlebigkeit.
  5. Die Bedienung ist sehr einfach: Man muss nicht mehr Ewigkeiten über der perfektenFormulierung eines Textbeitrags brüten. Kommunikation über Snapchat benötigt nicht mehr als ein visuelles Element (Foto, Video) plus ein, zwei Wörter.
  6. Snapchat ist kein Neid-Netzwerk: Wichtige Elemente der Kommunikation in sozialen Netzen wie „gefällt mir“, „teilen“ oder „kommentieren“ fallen bei Snapchat weg. Nutzer fühlen sich dadurch nicht unter (Darstellungs-)Druck gesetzt.

Wer also junge Mitarbeitende sucht, kann diese mittels snapchat erreichen.  Deshalb kann man sich ruhig mal mit diesem Social Media Kanal auseinander setzten. Die ersten Schritte hierfür sind:

  1. App im App-Store herunter laden und auf dem Handy installieren. Als Neuling am besten zuerst ein privates Konto anlegen, um sich mit der App vertraut zu machen; erst danach das Firmenkonto. Achtung: Bei der Wahl des Namens sorgfältig sein, dieser lässt sich nicht mehr ändern.
  2. Sprechen Sie in Ihrem Team mit Leuten, die bereits Snapchat nutzen. Vielleicht können Sie ja eine „Snapchat-Taskforce“ auf die Beine stellen. Je mehr Köpfe beteiligt sind, desto besser.
  3. Redaktionelle Richtlinien festlegen. Snapchat ist die Plattform für innovativen und unkonventionellen Content. Das ist für viele ungewohnt und gar nicht so einfach umzusetzen. Überlegen Sie sich also einen Mix aus Snaps, Videos und Fotos.
  4. Informieren Sie aktiv über Ihr Snapchat-Engagement: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Snapchat-Konto nun von den richtigen Bewerbern gesehen wird – z. B. durch Hinweise auf anderen Social-Media-Kanälen oder in anderen Medien.

In der nächsten Folge dann mehr zum Thema „Snapchat als recruiting tool“.